Deutschlands GGL sieht Schwarzmarkt bei 25 Prozent während unabhängige Studien über 50 Prozent ermitteln

Eden Jung · Aug 15, 2026

Deutschlands GGL sieht Schwarzmarkt bei 25 Prozent während unabhängige Studien über 50 Prozent ermitteln

Analyse des deutschen Online-Glücksspielmarkts und Schwarzmarktanteils 2024-2025

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat in ihrem Tätigkeitsbericht für 2024 den Anteil des Online-Schwarzmarkts auf etwa 25 Prozent geschätzt, doch eine Studie des Handelsblatt Research Institute aus dem Spätherbst 2025 kommt zu deutlich höheren Werten, während die Behörde nun ihr regulatorisches Framework überprüft, um die Kanalisierung zu verbessern und Spielerschutz mit Markttauglichkeit in Einklang zu bringen.

Der offizielle Bericht der GGL und seine Zahlen

Im Tätigkeitsbericht 2024 beziffert die GGL den Anteil des unregulierten Marktes auf rund ein Viertel des gesamten Online-Glücksspielvolumens, wobei die Schätzung auf den überwachten Aktivitäten und gemeldeten Daten aus dem regulierten Sektor basiert, während Beobachter darauf hinweisen, dass strenge Vorgaben wie das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Slots viele hochfrequente und hochstakende Spieler in den unregulierten Bereich treiben.

Die Behörde stützt ihre Einschätzung auf Aktivitätsdaten aus dem Jahr 2024, und die daraus abgeleitete Quote von etwa 25 Prozent soll die Situation im regulierten Markt widerspiegeln, doch unabhängige Analysen sehen hier eine deutliche Unterbewertung der tatsächlichen Verhältnisse.

Unabhängige Analysen liefern abweichende Ergebnisse

Das Handelsblatt Research Institute hat Ende 2025 eine Untersuchung veröffentlicht, die den Schwarzmarktanteil auf mehr als 50 Prozent beziffert, wobei besonders intensive und hochstakende Spieler überproportional auf nicht lizenzierte Plattformen ausweichen, weil die Vorgaben des regulierten Marktes wie das strikte Einsatzlimit von einem Euro pro Slot-Spin als zu restriktiv empfunden werden.

Diese Studie kombiniert verschiedene Datenquellen und Verhaltensanalysen, während die Ergebnisse zeigen, dass die Kanalisierungsrate niedriger ausfällt als von der GGL angenommen, und die Diskrepanz zwischen den beiden Schätzungen wirft Fragen zur Methodik und zur tatsächlichen Marktdurchdringung auf.

Vergleich der Schätzungen zum Schwarzmarkt im deutschen Glücksspiel

Gründe für den Wechsel in den unregulierten Markt

Strenge Regelungen im regulierten Bereich, darunter das Einsatzlimit von einem Euro bei Slots, führen dazu, dass Spieler mit hoher Intensität und hohen Einsätzen vermehrt auf nicht lizenzierte Angebote zurückgreifen, während die GGL diese Dynamik in ihrem Bericht als einen der zentralen Faktoren für die begrenzte Kanalisierung identifiziert hat.

Die Kombination aus Einsatzbeschränkungen und weiteren Schutzmechanismen schafft für bestimmte Spielergruppen Anreize, auf Plattformen ohne deutsche Lizenz auszuweichen, und die daraus resultierende Verschiebung vergrößert den Schwarzmarktanteil über die von der Behörde geschätzten 25 Prozent hinaus.

Überprüfung des regulatorischen Rahmens

Die GGL hat angekündigt, ihren bestehenden Rahmen zu überprüfen, um die Kanalisierung zu stärken und gleichzeitig den Spielerschutz aufrechtzuerhalten, wobei Experten die Balance zwischen strengen Vorgaben und Markttauglichkeit als entscheidenden Faktor für die künftige Entwicklung des legalen Sektors sehen.

In diesem Prozess fließen sowohl die eigenen Daten aus dem Tätigkeitsbericht 2024 als auch externe Studien ein, während die Behörde Maßnahmen prüft, die den Anteil des regulierten Marktes erhöhen sollen, ohne die Schutzziele des Glücksspielstaatsvertrags zu gefährden.

Aktuelle Entwicklungen bis August 2026

Bis August 2026 laufen die Überprüfungsarbeiten der GGL weiter, und erste Anpassungsvorschläge werden diskutiert, während die Diskrepanz zwischen der behördlichen Schätzung und unabhängigen Analysen weiterhin im Fokus steht, und die Ergebnisse dieser Prüfung könnten die zukünftige Ausgestaltung der Lizenzierung und der Spielregeln beeinflussen.

Fazit

Die unterschiedlichen Einschätzungen zum Schwarzmarktanteil verdeutlichen die Herausforderungen bei der Bewertung des deutschen Online-Glücksspielmarkts, und die laufende Überprüfung durch die GGL zielt darauf ab, die Kanalisierung zu verbessern, während unabhängige Studien die Notwendigkeit weiterer Anpassungen aufzeigen. Die zugrunde liegenden Daten und Berichte liefern hierfür die wesentlichen Grundlagen.